{"id":3267,"date":"2020-04-28T15:12:53","date_gmt":"2020-04-28T13:12:53","guid":{"rendered":"https:\/\/www.ghanas-kinder.de\/?p=3267"},"modified":"2021-10-03T15:10:24","modified_gmt":"2021-10-03T13:10:24","slug":"covid-19-trifft-ghana","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ghanas-kinder.de\/index.php\/2020\/04\/28\/covid-19-trifft-ghana\/","title":{"rendered":"Covid-19 trifft Ghana"},"content":{"rendered":"<p>Seit mehr als drei Wochen bleiben die Klassenr\u00e4ume auch in Kasoa leer. Das Corona-Virus hat Ghana erreicht. Am 12. M\u00e4rz gab es den ersten offiziellen Infektionsfall und schon am 30.&nbsp;M\u00e4rz, am gleichen Tag wie Deutschland, verh\u00e4ngt die Regierung in Ghana f\u00fcr Teile des Landes eine Ausgangssperre. Zu diesem Zeitpunkt gab es 152 best\u00e4tigte Infektionen. Vom Lockdown betroffen waren die Ballungsr\u00e4ume rund um Accra, Tema, Kasoa und Kumasi. Sie waren laut Gesundheitsministerium die \u201eHotspots\u201c der Infektionen. Die meisten Menschen durften nur aus zwingenden Gr\u00fcnden ihr Zuhause verlassen, z.B. um Lebensmittel zu kaufen oder eine \u00f6ffentliche Toilette aufzusuchen. Die Ank\u00fcndigung des Lockdowns wenige Tage zuvor hat dazu gef\u00fchrt, dass die M\u00e4rkte gest\u00fcrmt wurden und die Lebensmittelpreise in die H\u00f6he schnellten.<\/p>\n<p>Drei Wochen sp\u00e4ter hat Ghana als erstes westafrikanisches Land die Marke von 1.000 best\u00e4tigten Infektionen \u00fcberschritten. Die Dunkelziffer liegt deutlich h\u00f6her, da die Testm\u00f6glichkeiten noch nicht ausreichen und Infektionsketten h\u00e4ufig nicht vollst\u00e4ndig nachvollzogen werden k\u00f6nnen. Dennoch entscheidet die Regierung am 20. April, den Lockdown partiell aufzuheben. Zum einen werden die medizinischen Kapazit\u00e4ten mit Hochdruck erweitert, zum anderen darf die Not der \u00e4rmeren Bev\u00f6lkerungsschichten nicht noch gr\u00f6\u00dfer werden. Viele Familien, auch im Umfeld unserer Partnerschulen, leben zum Beispiel von kleinen Marktst\u00e4nden. Das hier verdiente Geld wird noch am gleichen Tag f\u00fcr Lebensnotwendiges ausgegeben. Wenn solche Aktivit\u00e4ten wegfallen m\u00fcssen, kann das bedeuten, dass kein Essen auf den Tisch kommt. Von vergleichbaren Erfahrungen berichten auch die Leiter unserer Partnerschulen.<\/p>\n<p>Zusammenk\u00fcnfte aller Art sind in den betroffenen Regionen nach wie vor nur eingeschr\u00e4nkt m\u00f6glich, Eltern sind aufgefordert, ihre Kinder zuhause zu lassen, das Tragen von Masken ist verpflichtend, und im \u00f6ffentlichen Leben sollen Abstands- und Hygienevorschriften eingehalten werden. Eine gro\u00dfe Herausforderung, wenn man an die oft sehr bedr\u00e4ngte Wohnsituation denkt, an fehlendes Trinkwasser, mangelhafte medizinische Versorgung und Hygiene, an \u00fcberf\u00fcllte M\u00e4rkte und Kleinbusse.<\/p>\n<p>Die Schulen bleiben voraussichtlich bis zum 10. September geschlossen. Das hei\u00dft f\u00fcr die privaten Schulen in \u00e4rmeren Regionen, dass es \u00fcber Monate kaum noch Einnahmen in Form von Schulgeb\u00fchren gibt und die Lehrerinnen und Lehrer ohne Gehalt bleiben. Auch wenn wir nach wie vor die Patenschaftsbeitr\u00e4ge an die Schulen \u00fcberweisen, reichen diese bei weitem nicht aus, um die laufenden Kosten zu decken.<\/p>\n<p>Wenn die Schulen dann im September wieder ihren Betrieb aufnehmen, wird es noch lange dauern, bis die Einnahmen wieder das urspr\u00fcngliche Niveau erreichen, da sich viele Familien in wirtschaftlichen Schwierigkeiten befinden werden. Wir haben daher entschieden, unseren drei Partnerschulen zus\u00e4tzlich zu helfen, damit alle Lehrerinnen und Lehrer einen Teil ihres ohnehin kleinen Gehalts bekommen. Die Lehrkr\u00e4fte an der Royal Beam Preparatory School zum Beispiel verdienen im Schnitt 55 EUR im Monat.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus versuchen wir, die Schulleiter darin zu unterst\u00fctzen, einigen Kindern Schulmaterialien f\u00fcr die Zeit bis September zukommen zu lassen. Das ist besonders wichtig f\u00fcr diejenigen, die ganz selbstst\u00e4ndig lernen m\u00fcssen, weil ihre Eltern weder lesen noch schreiben k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Mit unseren R\u00fccklagen f\u00fcr geplante Projekte, die wir vorerst zur\u00fcckstellen mussten, k\u00f6nnen wir in den kommenden Wochen etwas Unterst\u00fctzung leisten. Um diese finanziellen Zusch\u00fcsse m\u00f6glichst lange aufrechtzuerhalten und auch nach der Wiederaufnahme des Schulbetriebs vereinzelt Projekte realisieren zu k\u00f6nnen, w\u00fcrden wir uns \u00fcber zus\u00e4tzliche Unterst\u00fctzung sehr freuen. Daf\u00fcr gibt es mehrere M\u00f6glichkeiten: Mitglied werden, eine Einzelspende leisten, \u00fcber Charity-Shopping-Portale einkaufen oder anderen von unserer Arbeit erz\u00e4hlen. Wir freuen uns \u00fcber jede Form der Mitwirkung.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a class=\"cd-btn button\" href=\"https:\/\/www.ghanas-kinder.de\/index.php\/mitmachen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Mitmachen<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit mehr als drei Wochen bleiben die Klassenr\u00e4ume auch in Kasoa leer. Das Corona-Virus hat Ghana erreicht. Am 12. M\u00e4rz gab es den ersten offiziellen Infektionsfall und schon am 30.&nbsp;M\u00e4rz, am gleichen Tag wie Deutschland, verh\u00e4ngt die Regierung in Ghana f\u00fcr Teile des Landes eine Ausgangssperre. Zu diesem Zeitpunkt gab es 152 best\u00e4tigte Infektionen. 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